„Songpoet, Erzähler und Entertainer“ – Rhein-Neckar-Zeitung über mein Konzert in Eberbach

Im November 2025 war ich zum dritten Mal in Eberbach zu Gast: Das Kulturlabor hatte ins Depot 15/7 eingeladen, und der Zuschauerraum war bestens gefüllt. Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete am 19. November 2025 unter dem Titel „Roger Stein überzeugte als Songpoet, Erzähler und Entertainer im Depot“ – mit der Unterzeile „Nachdenklich, frech und doch so schön. ‚Alles vor dem Aber ist egal‘“.

Roger Stein am Flügel vor blauem Bühnenvorhang
Am Flügel – mit Metronom

Mit Herz und Humor hatte ich das Publikum gleich auf meiner Seite, am Ende gab es heftigen Applaus und mehrere Zugaben. Toni Dausch, Vorstand des Kulturlabors, wies darauf hin, dass es bereits mein dritter Eberbacher Auftritt war. Dem Kritiker fiel vor allem die Hingabe auf, mit der ich meine Lieder und Texte zelebrierte – etwa „Alles vor dem Aber“: der Nachbar, der versichert, er sei kein Rassist, „aber …“, oder der Personalchef, der stets zufrieden war, „aber leider …“. Ich kritisiere „quasi aus der Hüfte, nicht jeden Gag sieht man kommen“.

„Roger Stein spielt nicht nur hervorragend Klavier. Wenn er aufsteht, wird es spannend.“

Rhein-Neckar-Zeitung, 19. November 2025

Es ging um Lobbyisten, die die Demokratie gefährden („Lobbyistentango“), und um Algorithmen, die die Welt färben, wie sie jedem gefällt, und so zur gesellschaftlichen Spaltung beitragen. Und wo bleibt da die Romantik? Dafür gibt es die Musik: Wenn ich vom Klavier aufstehe, werden Melodiefetzen, Rhythmen und Geräusche eingesampelt und übereinandergelegt – und erst wenn daraus ein „ohrenbetörender Klangteppich“ geworden ist, kommen Melodie und Text. „Und der hat es meist in sich.“

Auch das Allzumenschliche kam nicht zu kurz: die frühere Traumfrau, die nach Jahren beim Klassentreffen auftaucht – „Reihenhausgesicht“ –, und mein „Hochzeitslied“, das die Anfragen aus dem Freundeskreis, doch bei Trauungen zu spielen, merklich eindämmte: „Überlegt doch mal, bevor ihr euch traut, ob der heutige Tag nicht euer Leben versaut.“ Auf Schwyzerdütsch ging es auf einen armen Bauernhof im Berner Oberland anno 1890, der fränkische Spiesser Alfred verliebte sich in einen Mann – und in Brasilien geht’s um Samba, in Memphis um den Blues, und bei uns? „Um’s Prinzip!“, rief jemand aus dem Publikum. Genau: In „Das Prinzip“ stirbt der Deutsche am Ende nicht einfach, weil das Herz aufhört zu schlagen – sondern aus Prinzip.

Bei den Zugaben machte ein tickendes Metronom das Wesen der Zeit greifbar, und ein finales Frühlingslied berührte die Eberbacher: „Bärlauchzeit“ – „In jedem Schuppen stinkt es jetzt nach Bärlauchsuppen.“

Zum Schluss zitierte die Rhein-Neckar-Zeitung, was Kai Michel einmal in der ZEIT über mich geschrieben hatte – über den Liedermacher, der mit Konstantin Wecker tourt und für die Höhner Texte schreibt: „Künstler, die zu viel reflektieren, sind heute verdächtig.“ Ihr Fazit: „Der Verdacht hat sich nach dem dritten Eberbach-Besuch bestätigt, sehr zur Freude des rundum begeisterten Publikums.“

Der Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 19. November 2025 als PDF:

Similar Posts

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert