„Facettenreich und tiefgründig“ – Schwäbische Zeitung über Wortfront im Café zum fröhlichen Nix
Im November 2021 waren wir zu Gast im Kleinkunst-Café „Zum fröhlichen Nix“ in Blaubeuren. Die Schwäbische Zeitung berichtete am 10. November 2021 unter dem Titel „Facettenreich und tiefgründig“ – mit der Unterzeile „Roger Stein und Sandra Kreisler traten im Café zum fröhlichen Nix auf“.

Die Zeitung stellte uns vor: Roger als Komponist, Musikarrangeur und Texter, Pianist und Sänger, Sandra als Interpretin mit kraftvoller Stimme und „sehr unterhaltsame und gescheite Moderatorin“ – „beide mit viel Ausstrahlung und Bühnenpräsenz, sie beide wirken sehr sympathisch“. Erwähnt wurden auch der Preis der deutschen Schallplattenkritik, Sandras Vater Georg Kreisler und unser Umzug aus Wien nach Berlin vor zwölf Jahren – samt Kulturschock: „Wir leben in einem Wohnprojekt, dessen 68er-Bewohner verblüffend spießig werden bei den Hausversammlungen.“
„Die Lieder von ‚Wortfront‘ behandeln facettenreich und tiefgründig Fragen der Zeit, nach Sinn und Ziel des individuellen und gesellschaftlichen Lebens.“
Schwäbische Zeitung, 10. November 2021
Das Publikum erwarteten „intensive leidenschaftliche Texte in ungewöhnlich reicher deutscher Sprache“, begleitet von Musik mit Folk-, Jazz- und Rockelementen – im Nix interpretiert am Piano. Es ging um das „Heer von täglichen Kompromissen“, um die eigene Bequemlichkeit („Beifahrer der Belanglosigkeit“) und um die zunehmende Transparenz des Einzelnen durch die Speicherung persönlicher Daten – Rogers Gegenstrategie: falsche Fährten legen, Bücher kaufen, die ihn nicht interessieren, Essen bestellen, das er nicht mag. Beim Klassentreffen zeigte sich, wie der „mit Humor, Esprit, Lebensfreude ausgestattete Wahnsinnstyp“ zum blanken Mittelmass mit „Reihenhausgesicht“ geworden war, und „Wenn ich mal Rentner bin“ appellierte daran, eigene Lebensziele nicht auf halbem Weg preiszugeben.
Berührend fand die Kritikerin Rogers biografisches Lied über seinen Grossvater „Fritz, Kind Nr. 10“ – mit einer „bergschönen Jodeleinlage am Schluss“. Schwarzhumoriger wurde es mit dem „Hochzeitslied“, das „mehr als abschreckend“ ist für alle Freunde, die uns als musikalischen Beitrag zum Fest einladen möchten. Den Höhepunkt des Abends bildete „Glück“: Woran misst man Glück? Und „Alles vor dem Aber“ warnte vor Sätzen, die in einem „Aber“-Nebensatz enden: „Alles vor dem ‚aber‘ ist nur Text, Gelaber, schlechtes Füllmaterial.“ „Wir machen Front für die deutsche Sprache“, erklärte Sandra dazu unseren Namen.
Das Fazit: „Höchste musikalische Qualität, professionell dargeboten, heitere Zwischenepisoden, philosophisch anmutende, gut verständliche Texte, viel Erkenntnisgewinn und Anregung zum Nachdenken.“ Und viel Applaus für uns und für Veranstalter Hans Wild.
Der Artikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 10. November 2021 als PDF:

