Roger Stein und Sandra Kreisler singen, links Rouven Schirmer am Cello

„Bestandsaufnahmen aus dem beschädigten Leben“ – Der Patriot über Wortfront beim Wortfestival Lippstadt

Nach dem Interview und dem Leserbrief waren wir gespannt auf Lippstadt. Am Mittwoch, dem 12. September 2007, spielten wir beim Lippstädter Wortfestival im Stadttheater – mit Johannes Krampen an der Geige und Rouven Schirmer am Cello. Zwei Tage später erschien im Patriot die Kritik: „Bestandsaufnahmen aus dem beschädigten Leben“.

Roger Stein und Sandra Kreisler singen, links Rouven Schirmer am Cello
Roger und Sandra mit Rouven Schirmer beim Wortfestival Lippstadt – Foto: Balzer

„Das live durch Johannes Krampen (Geige) und Rouven Schirmer (Violoncello) verstärkte Duo gehört sicher zu den aufregendsten Gästen des diesjährigen Wortfestivals.“

Der Patriot, Lippstadt, 14. September 2007

Fast versteckt im Dunkel, während ein Metronom das Verstreichen der Zeit anzeigt, begannen wir mit dem Eröffnungslied „ZeiT.“. Völlig anders klang es beim bitterbösen Titelsong „Postmodernes Arschloch“ – zwischen diesen Polen, Melancholie und fröhlicher Aggression, bewegten wir uns den ganzen Abend. Der provokante Titel mag den einen oder anderen Literaturfreund abgeschreckt haben, schreibt der Patriot – das Publikum im Stadttheater ließ sich aber „trotz zeitweiliger Soundprobleme“ schnell in den Bann ziehen. Die Bandbreite reichte vom „brillanten“ „Söldner der Gegenwart“ bis zur elegischen Ballade „Sommerkind“, und beim todtraurigen „Kein Beweis“ gehe es „unter die Haut, wenn Sandra Kreisler singt“.

„Doch so bitter diese Bestandsaufnahmen aus dem beschädigten Leben auch sein mögen, ein Abend mit Wortfront ist alles andere als deprimierend oder trist. Dafür sind die beiden Frontleute viel zu mitreißend und vital, die Texte zu witzig und pointiert.“

Der Patriot, Lippstadt, 14. September 2007

Kabarett sei das, was Sandra, die Tochter von Georg Kreisler, und ihr Lebensgefährte machen, sicher nicht – aber Ironie spiele bei uns eine zentrale Rolle. Und ab und an bewiesen wir sogar „Mut zur hemmungslosen Albernheit“: Roger, gebürtiger Zürcher und „gelernter Wiener“, besang im „Schweizer Beat“ seine Heimat – „stilecht mit Akkordeon und Seppelhut“.

Der Patriot, Lippstadt, Freitag, 14. September 2007, Kultur: „Bestandsaufnahmen aus dem beschädigten Leben – Wortfront begeisterte beim Wortfestival mit einer bezwingenden Mischung aus literarischem Chanson, HipHop, Kammermusik und Elektropop“.

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