„Erst mal ein Kaffee“ – Westfälische Rundschau über unsere Weltpremiere im Hasper Hammer
Im Februar 2006 feierten wir im Kulturzentrum Hasper Hammer in Hagen-Haspe die Weltpremiere von Wortfront. Auf der Bühne standen Sandra Kreisler (Gesang und Gesamtleitung), Roger Stein (Gesang, Texte, Musik), Lucy Hall (Geige) und Arne Kircher (Cello). Dana Risse schrieb darüber in der Westfälischen Rundschau vom 13. Februar 2006 unter dem Titel „Erst mal ein Kaffee“.

Sandra hatte „unübersehbare Menschenmengen und solche, die es werden wollen“ angekündigt – gekommen waren knapp 100 Zuschauer. Aber die, so die Kritik, schienen sich des Ereignisses bewusst zu sein:
„Bravorufe und Jubel. Zugabe um Zugabe forderten die begeisterten hammer-Gäste.“
Dana Risse, Westfälische Rundschau, 13. Februar 2006
Unsere melancholische Musik zwischen Klassik, HipHop und Chanson, gespickt mit elektronischen Effekten, überraschte und verzückte. Die Rundschau verschwieg aber auch nicht, dass die Aussteuerung in der ersten Hälfte misslang und Rogers Stimme manchmal schwer zu verstehen war – „Schade, denn die Texte hatten es in sich.“
Die „Lieder eines postmodernen Arschlochs“ erzählten von jung-dynamischen Besserwissern und von Marie, die rauchte und trank; sie sprachen von der Ehe als „Klein GbR, die die Rasse Mensch erhält“. Auf die hochtrabende Litanei, was man alles tun sollte, folgte die Frage, was man will: „erst mal ein Kaffee“ – unser Song „Erst einen Kaffee“. Dazu kamen die Bedienungsanleitung „Ich gratuliere Ihnen zum Kauf dieses Produkts“ und die Alternative „Werde Fußgänger von Beruf“. Humorvoll, selbstironisch, melancholisch, aber nicht pessimistisch, fand die Kritik.
Musikalisch war das Ganze, zumindest nach der Pause, ein Ohrenschmaus. Obwohl Sandra, die Tochter von Georg Kreisler, als Solistin den höchsten Bekanntheitsgrad hatte, stand sie nicht im Vordergrund: Wir sangen beide, und auch Lucy Hall und Arne Kircher hatten mit den „Hip-Hop-Invensionen für Computer und Streicher“ ihre Soli. Dass die beiden die Noten für eines dieser Stücke angeblich erst zwei Stunden vor dem Auftritt gesehen hatten, begeisterte das Publikum besonders. Das Fazit freute uns sehr: „Ein wirklich schönes Programm zum Zuhören, Genießen und Nachdenken.“
Der Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 13. Februar 2006 als PDF (Foto: Dana Risse):

