„Kein Wort wird verschwendet“ – St. Galler Tagblatt über Wortfront in der Kellerbühne St. Gallen

Wenige Tage nach Bonndorf standen wir im September 2011 in der Kellerbühne in St. Gallen – diesmal als Duo mit unserem „Unplugged“-Programm: Sandra Kreisler am Mikrofon, Roger Stein an Keyboard, E-Piano und Samples. Andreas Stock schrieb im St. Galler Tagblatt über unseren Mittwochabend, Titel: „Kein Wort wird verschwendet“.

Roger Stein singt am Keyboard, rechts Sandra Kreisler mit Mikrofon in weißer Bluse, auf der Bühne der Kellerbühne St. Gallen
Roger Stein und Sandra Kreisler in der Kellerbühne St. Gallen – Foto: Urs Bucher

„Sie machen viele Worte, wie sie selber zugeben – aber verschwendet werden diese bei ihnen auf der Bühne nicht.“

Andreas Stock, St. Galler Tagblatt, 23. September 2011

Er beschreibt, wie unser Abend begann: mit einem sprechenden, denkenden Herz, das klagt, dass es nur pochen und nicht schreien kann. Um Herzensangelegenheiten ging es noch oft, etwa im Titelsong „Freilandherz“, beim Coming-out des Familienvaters Alfred oder im Lied über die achtjährige Sonja – aber hinter der vermeintlichen Liebesromantik blinzelten immer die Teufelchen hervor. Dazu „Söldner der Gegenwart“, „Beifahrer der Belanglosigkeit“ und die „böse, unverblümte Hymne“ auf das „Postmoderne Arschloch“.

Ehrlich ist er auch: Das Publikum war an diesem Mittwoch „etwas spärlich“, und bei manchen Liedern wie „Herbstmanöver“ hätte er sich den vollen Bandklang gewünscht, weil die Samples eher zum verspielten Effekt neigten – „Discoglitter“, mit dem Roger bei seinen 80er-Elektropop-Anleihen gerne spielt. Musikalisch verortet er uns irgendwo zwischen Konstantin Wecker und Element of Crime, mit Chanson, Rock und Hip-Hop.

„Sängerin Sandra Kreisler vermag mit ihrer dunklen, warmen Stimme diese stilistischen Variationen zu tragen“

Andreas Stock, St. Galler Tagblatt, 23. September 2011

Sandras Schauspielausbildung komme ihr zugute, so verkörpere sie die Songs „von Kopf bis Fuss“. Roger hatte zwei Solonummern: das trotzig-freche „Wenn ich mal Rentner bin“ und ein Dialekt-Poem über seine Familiengeschichte, das der Kritiker „liebevoll“ und „berührend“ fand. Zum Schluss ging Schiller mit Goethe grillieren.

„Das alles ergibt einen äusserst unterhaltsamen Abend.“

Andreas Stock, St. Galler Tagblatt, 23. September 2011

Danke, St. Gallen!

Quelle: Andreas Stock, „Kein Wort wird verschwendet“, St. Galler Tagblatt (St. Galler Kultur), 23. September 2011. Foto: Urs Bucher.

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