„Das Rap-Couplet vom Totknutschen“ – Der Standard über meinen „Jelinek-Song“
Im Dezember 2004, wenige Wochen nachdem Elfriede Jelinek den Literaturnobelpreis erhalten hatte, schrieb ich den Soundtrack für die Ausstellung „Update“ im Wiener Künstlerhaus (Jänner 2005) – und widmete mich darin mit dem „Jelinek-Song“ („Elfriede, du bist jetzt uns!“) der plötzlichen Vereinnahmung der Autorin durch Österreich. Der Standard berichtete darüber am 28. Dezember 2004 unter dem Titel „Das Rap-Couplet vom Totknutschen“.
„Sehr österreichischer Wesenszug.“
Roger Stein im Standard, 28. Dezember 2004
Der Jelinek ihre Vereinnahmung vorzuwerfen, entspräche dem „Schlagt den Boten“-Prinzip, sagte ich damals. Typisch österreichisch sei vielmehr die Eigenschaft, große Geister zu diffamieren, bis man sie totknutschen könne. Dass ausgerechnet ein Chansonnier dazu rappte, war für mich kein Stilbruch: „HipHop ist die Weiterentwicklung des Chansons.“ Wenn Aristide Bruant 1890 sein Publikum „Dreckärsche und fette Säcke“ nannte, sei das von Eminems „Bitches and Gentlemen“ gar nicht so weit entfernt.
Der Artikel aus dem Standard vom 28. Dezember 2004 als PDF (Foto: Sandra Kreisler):

